Ein Tag in den Choccolate Hills

Wer die Choccolate Hills "halt nur mal sehen" will, der kann sie in ca. 2 Std. mit dem Bus von Tagbilaran aus erreichen. Wir wollten etwas mehr sehen und so mieteten wir uns für 2 Nächte im "Choccolate Hill Complex" ein.

Die Choccolate Hills, das sind 1.268 Hügel die aussehen, als hätte hier ein Riesenmaulwurf sein Unwesen getrieben. Im Sommer verfärbt sich das dann dürre Gras schokoladenbraun, daher der Name. Unter Geologen ist die Entstehung dieses Naturdenkmals umstritten. Am wahrscheinlichsten scheint, daß es sich um eine besondere Art Verwitterung von Kalkformationen handelt, unter denen sich eine wasserundurchlässige Tonschicht befindet. Natürlich gibt es auch Legenden zur Entstehung. Die eine berichtet vom Kampf zweier Riesen, die sich tagelang mit Steinen beworfen haben, ehe sie Freundschaft schlossen und das Schlachtfeld unaufgeräumt zurückließen. Die andere von einem Riesen, der eine Sterbliche liebte und nach ihrem Tod bittere Tränen vergoß, die dann zu Stein wurden.

214 Stufen führen zum Aussichtspunkt, dessen Besuch vor allem bei Sonnenaufgang zu empfehlen ist. Heute fällt der Sonnenaufgang ins Wasser, denn es nieselt und ist diesig. Trotzdem ist die Stimmung in der aufkommenden Morgendämmerung gigantisch.

Nach einem vorzüglichen Frühstuck wartet bereits unser Fahrer auf uns. Es ist der Besitzer des Sari-Sari Stores an der Abzweigung zum Choccolate Hills Complex, der uns bereits gestern mit seinem Jeep zum Hotel gebracht hat. Heute haben wir ihn für eine Tour durch die "Maulwurfshügel" angeheuert.

Auf holprigen Wegen geht es ins Zentrum des Gebietes. Die Gegend ist sehr fruchtbar, was sowohl an ihrem Wasserreichtum, als auch an den etwas niedrigeren "Gebirgstemperaturen" liegt. Immer wieder lassen wir den Jeep stehen und dringen zu Fuß ins Gelände vor. Mitten im Wald ist auf einer Lichtung ein riesiger Swimmingpool. Er wurde von der Regierung für die Menschen der Gegend gebaut, Geld das man sich hätte sparen können, denn es ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Wahrscheinlich wollte sich irgendein Lokalpolitiker profilieren ohne sich darüber Gedanken zu machen ob an seiner Gabe Bedarf besteht.

Zwischen den Hügeln sind kleine Siedlungen mit Reisfeldern verstreut.

 Wasser gibt es in Hülle und Fülle. Überall sprudeln Quellen, zum Teil aus größeren Spalten, die vermuten lassen, daß sich dahinter die ein oder andere Höhle befindet. An einer großen, eingefaßten Quelle mit Pumpenhaus, die anscheinend zur Wasserversorgung des Gebiets dient, meint unser Führer, daß diese Quelle 100m tief sei, vielleicht mal ein lohnendes Ziel für einen Höhlentauchgang.

Langsam naht die Mittagszeit heran, des Restaurants oder ähnliches gibt es hier nicht. An einer Hütte fragen wir nach frischen Kokosnüssen und sofort steigt der freundliche Besitzer auf die nächste Palme um dort Nüsse mit der Machete abzuschlagen. Frische Kokosnüsse (nicht zu vergleichen mit den braunen, alten Nüssen, die es in unseren Geschäften gibt) sind eine komplette Malzeit. Das Kokoswasser ist herrlich erfrischend und das  geleeartige Fruchtfleisch schmeckt gut und macht satt. Mit einem geübten Machetenschlag stellt unser Wohltäter einen Spatel her, mit dem wir das Fruchtfleisch auslöffeln können.

Inzwischen haben sich jede Menge Kinder versammelt, die sich riesig freuen, daß wir sie mit dem Jeep mit zur Schule nehmen, eine willkommene Gelegenheit ein paar Bilder in der Schule zu machen.

 

Auffällig ist, daß die Kinder hier keine Schuluniformen tragen. Das liegt daran, daß diese Gegend, trotz ihrer Fruchtbarkeit sehr arm ist, meint unser Führer.

Die Choccolate Hills sind alle um die 50m hoch und natürlich wollen wir einen besteigen, eine Idee die, wie wir der Miene unseres Begleiters entnehmen können, nur verrückte Touristen haben können. Diese Unternehmung stellt sich als gar nicht so einfach dar. Die Hügel sind sehr steil und mit scharfem Cogongras bewachsen. Wer meint er könne dieses Gras als Haltegriff benutzen, dem sei tunlichst davon abgeraten. Ein paar Meter unter dem Gipfel breche ich die Aktion ab. Die Gipfelregion ist mit dichten Ranken und Gestrüpp überwuchert und die Gefahr eines Sturzes erscheint mir doch zu groß. Macht nichts, denn auch ohne das perfekte Gipfelglück genießen zu können, werden wir mit einer überwältigenden Aussicht belohnt.

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